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GemächtDie Geschlechtsorgane (lat. Organa genitalia) oder Genitalien dienen bei Spezies mit mehreren bzw. unterschiedlichen Geschlechtern vornehmlich der unmittelbaren Fortpflanzung. Sie werden deshalb auch als primäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet.
Funktional kann man zwischen den Sexualorganen - Organe, die zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs dienen - und den Reproduktionsorganen unterscheiden. Es werden dementsprechend äußere von inneren Genitalorganen unterschieden. Bei männlichen Individuen kommt noch dazu, dass - als Drittfunktion - der Penis Teil der ableitenden Harnwege ist.
Äußere Geschlechtsorgane in der Embryonalphase
ableitenden Harnwege
Weibliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
ableitenden Harnwege
Die weiblichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia feminina) werden wie folgt eingeteilt:
Äußere Geschlechtsorgane
Vulva oder "Scham" mit den die "Schamspalte" bildenden großen und den Scheidenvorhof umgebenden kleinen Schamlippen und der Klitoris 5].
Innere Geschlechtsorgane
- Vagina (Scheide) 7]
- Gebärmutter 10]
- Eileiter 1]
- Eierstöcke 8]
- Prostata feminina ("Paraurethraldrüse")
- kleine Vorhofsdrüsen
- Bartholinsche Drüsen
Männliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
Bartholinsche Drüsen
Die folgende Einteilung der männlichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia masculina) mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Hoden 17] liegen zwar außen, zählen aber dennoch zu den inneren Geschlechtsorganen. Diese Einteilung ist darin begründet, dass die Hoden sich zunächst im Bauchraum entwickeln und erst zur Geburt bei den meisten Säugetieren in den Hodensack 18] wandern ("Hodenabstieg", Descensus testis). Dies liegt daran, dass sich der Fetus zunächst weiblich entwickelt. Die Wirkung des Y-Chromosoms setzt erst einige Wochen nach der ersten Zellteilung an. Bis dahin sind bereits die Grundlagen für die weiblichen Geschlechtsorgane gelegt. Infolge der dann verstärkt ansetzenden Testosteron-Wirkung wandeln sich die Eierstöcke in Hoden und die Klitoris in den Penis um. Anstelle der inneren Scheidenwand entsteht das Skrotum 18].
Äußere Geschlechtsorgane
- Penis einschließlich der männlichen Harnröhre
- Skrotum (Hodensack) 18]
Innere Geschlechtsorgane
- Hoden 17]
- Nebenhoden 16]
- Samenleiter 15]
- Samenleiterampulle
- Samenblasendrüse 10]
- Prostata 12]
- Bulbourethraldrüse 13]
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Kategorie:Gynäkologie
Kategorie:Körper und Sexualität
Kategorie:Reproduktionsmedizin
Kategorie:Urologie
ja:性器
Latein
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
FortpflanzungDie Fortpflanzung (Reproduktion) von Lebewesen stellt sicher, dass Individuen einer neuen Generation entstehen. Sie ist in der Regel eine Form der Vermehrung innerhalb der Art.
Bei der Fortpflanzung wird genetisches Material von zwei verschiedengeschlechtlichen Lebewesen der gleichen Art, genannt Eltern, oder eines einzelnen Lebewesens, bezeichnet als Elter, an die Nachkommen weitergegeben.
Aufgrund der Zellarten, aus denen sich die Nachkommen entwickeln, wird unterschieden zwischen einerseits ein- oder zweigeschlechtlicher Fortpflanzung, welche jeweils aus den Geschlechtszellen erfolgt, also aus Zellen, die nicht durch Mitose, sondern durch Meiose entstanden sind, und ungeschlechtlicher Vermehrung auf der anderen Seite, die bei vielen Einzellern, manchen Tieren und vor allem bei Pflanzen vorkommt. Bei Pflanzen wird diese Form der Vermehrung als Vegetative Vermehrung bezeichnet.
Formen
- eingeschlechtliche Fortpflanzung (unisexuelle, monocytogene) Hierbei entwickeln sich die Nachkommen aus den vormals haploiden Keimzellen des Elter.
- zweigeschlechtliche Fortpflanzung, auch geschlechtliche Fortpflanzung genannt (heterosexuelle, dicytogene) Hierbei entwickeln sich die Nachkommen aus haploiden Zellen der beiden Elternteile.
Häufig wechseln sich die beiden Formen der Fortpflanzung von Generation zu Generation ab (eine Form von Generationswechsel). Die zweigeschlechtliche Fortpflanzung bietet den Vorteil, dass die genetische Variation der Nachkommen erheblich größer ist.
Die ungeschlechtliche Vermehrung bei der sich die Nachkommen nicht aus den vormals haploiden Keimzellen entwickeln, wird im Fachjargon nicht als Fortpflanzung bezeichnet.
Zweigeschlechtliche Fortpflanzung
Bei dieser Fortpflanzung wird das genetische Material beider Eltern miteinander vermischt.
Die meisten Lebewesen haben einen diploiden Chromosomensatz, das heißt, dass jedes Chromosom doppelt vorhanden ist. Beim Menschen, mit seinen 46 Chromosomen, sind es also nur 22 verschiedene Körperchromosomen (Autosomen) und 2 Geschlechtschromosomen (Gonosomen).
Um zu verhindern, dass es als Folge der geschlechtlichen Fortpflanzung zu einer Verdopplung der Chromosomensätze kommt (siehe auch Polyploidie), muss vor der geschlechtlichen Fortpflanzung sichergestellt werden, dass der Chromosomensatz halbiert wird.
Dies geschieht bei der Meiose (Reduktionsteilung).Daher haben die Geschlechtszellen (Gameten) nur den halben (haploiden) Chromosomensatz.
Die haploiden Gameten (beim Mensch Eizelle und Spermium) verschmelzen beim Geschlechtsakt miteinander und bilden dadurch die diploide Zygote. Diese vollzieht nun eine Reihe von Mitosen und der Embryo wächst.
Dazu kommen auch noch die geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung dazu. So zum Beispiel haben Säugetiere und Menschen eine geschlechtliche Fortpflanzung. Aber bei Insekten oder Fischen gibt es eine ungeschlechtliche Fortpflanzung, da sie ihre Kloaken nicht aneinander drücken.
Siehe auch
- Assistierte Reproduktion
- In-vitro-Fertilisation
- Konjugation
Kategorie:Vermehrung
ja:生殖
Geschlechtsverkehr
Geschlechtsverkehr (Geschlechtsakt, Koitus, Kopulation, Kohabitation, Beischlaf) ist die gemischtgeschlechtliche sexuelle Vereinigung, bei der die Frau den erigierten Penis des Mannes in ihrer Scheide aufnimmt (Vaginalverkehr). Jedoch hat der Begriff auch Verwendung für Penetration oder intensive Liebkosung der Geschlechtsorgane bei gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten.
Allgemeines
Ausgeführt wird der Geschlechtsverkehr mittels der Geschlechtsorgane. Beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr wird darunter in der Regel ein Vor- und Zurückbewegen des Penis in der Vagina verstanden. Durch diese Gleitbewegung wird meist der Mann soweit stimuliert, bis er zum Orgasmus kommt, welcher beim Mann meist mit einer Ejakulation einhergeht. Die Frau wird im Regelfall durch diese Gleitbewegung ebenfalls stimuliert; sie kann vorher, gleichzeitig, hinterher zum Orgasmus kommen (durch direkte oder indirekte Stimulation der Klitoris und/oder der Vagina), oder gar keinen Orgasmus erreichen. Bei ihrem Orgasmus kann man zwischen vaginalem und klitoralem Orgasmus unterscheiden. Dies hat zur Folge, dass eine Frau während des Geschlechtsakts zwei unterschiedliche Orgasmen haben kann. Die entsprechenden stimulierenden Bewegungen werden als Friktionen (lat. Reibungen) bezeichnet. Allerdings ist es einer Frau nicht immer möglich, klitoralen und vaginalen Orgasmus genau zu unterscheiden. In der Regel ist es für die Frau einfacher, beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus zu bekommen, wenn der Partner oder sie selbst auch ihre Klitoris liebkost.
Der vaginale Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau, mit Samenerguss des Mannes ist die Voraussetzung für eine natürliche Zeugung von Nachkommen. Er wird deshalb in allen Gesellschaften als normativer Akt des Sexuallebens zwischen Mann und Frau angesehen. Je nach moralischen Vorstellungen bzw. Glauben kann die Ehe Voraussetzung für den Koitus sein. Neben der unterschiedlichen gesellschaftlichen Einordnung wird der Koitus sowohl vom Mann als auch von der Frau in der Regel als Teil des umfassenderen Sexuallebens verstanden, das daneben auch andere Formen körperlicher Zärtlichkeiten umfasst.
Geschlechtsverkehr bezeichnet in der heutigen Zeit nicht nur den oben beschriebene Akt der Liebe zwischen Mann und Frau, sondern jegliche Stimulation der Geschlechtsteile zwischen Partnern. Dabei können die Liebenden z.B. auch gleichgeschlechtlich sein. Meist wird Geschlechtsverkehr heute schlicht als Sex bezeichnet, wobei dieser Begriff aber noch viele weitere Bedeutungen haben kann und sich deshalb im populären Sprachgebrauch auf alle Handlungen zwischen zwei oder sogar mehreren Menschen bezieht, die der sexuellen Lustbefriedigung dienen. Der Umgang mit diesen Begriffen (und den mit ihnen verbundenen Ideen) ist dank besserer Aufklärung in den letzten Jahrzehnten deutlich lockerer geworden. Auch aufgrund von Verhütungsmethoden hat sich Sex speziell in Europa und Ostasien teilweise zu einer normalen Freizeitbeschäftigung, wie der Kino- oder Theaterbesuch, entwickelt, für den es mittlerweile sogar einen großen Markt an Angeboten gibt (Sexspielzeug, Swingerclubs, Pornos uvm.); eine Entwicklung, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar war und in anderen Kulturen noch immer ist.
Das biologische Ziel des Geschlechtsverkehrs ist die Fortpflanzung und damit die Weitergabe der eigenen Gene. Dies wird durch die Befruchtung erreicht, bei der sich im weiblichen Körper - beim Menschen meist jeweils nur eine - männliche und weibliche Keimzelle (Spermium und Eizelle) vereinen und eine Zygote formen, aus der später ein Embryo entsteht.
Neben dem biologischen Ziel der Fortpflanzung hat gerade beim Menschen der Geschlechtsverkehr (wie allgemein der Sex) eine so starke soziale Funktion, dass es nur noch in einer Minderheit der Fälle um die Zeugung geht. Gerade durch Verhütungsmethoden/Verhütungsmittel resultiert der Geschlechtsverkehr nicht mehr zwingend in der Zeugung eines Kindes, so dass er auch zur einfachen Auslebung sexueller Lust praktiziert werden kann.
Häufigkeit
Die Koitushäufigkeit eines Menschen hängt, neben dem Koituswunsch des Partners, von der Stärke des eigenen Sexualtriebs und natürlich der Verfügbarkeit eines Gegenübers ab.
Der Mensch verfügt über stimulierende Hormone, die wie zum Beispiel das Testosteron zu verstärktem Verlangen und Risikobereitschaft führen können. Selbstdisziplin erfordernde Aktivitäten wie zum Beispiel Sport können zur Kontrolle des Hormonhaushaltes beitragen. Adrenalin kann zum Abbau von Sexualhormonen führen.
Im Alter nimmt mit sinkendem Sexualtrieb auch die Koitushäufigkeit ab.
Zwischen Männern und Frauen lässt sich ein Unterschied des Koituswunsches mit dem Alter feststellen: Der männliche Sexualtrieb ist im Jahrzehnt nach der Pubertät am höchsten, der weibliche oft später im Übergang vom 3. ins 4. Lebensjahrzehnt.
Störungen und Probleme
Ein Grund, den Geschlechtsverkehr auszuüben, ist neben Lust und Freude oft auch ein Kinderwunsch; in diesem Falle wird zuweilen ein eventuell fehlendes Verlangen - speziell zur Zeit des Eisprungs der Frau - bewusst überwunden.
Die Koituspartner empfinden dann den Geschlechtsakt zuweilen eher als Last denn als Lust.
Liegt bei gleichzeitigem Kinderwunsch eine Unfruchtbarkeit vor, kann das Sexualverhalten durch die damit verbundenen Behandlungsmaßnahmen und/oder daraus resultierenden psychischen Probleme störend beeinflusst werden.
Sexuelle Störungen, die den Koitus erschweren, werden bei Frauen als Libidominderung, Hyporgasmie oder Vaginismus bezeichnet.
Bei Männern spricht man von Libidoabnahme, Erektionsschwäche und Ejakulationsstörungen; Ärzte bezeichnen dies zusammenfassend als erektile Dysfunktion.
Viele der Dysfunktionen des Mannes haben psychische Ursachen, andere sind auf physische Ursachen zurückzuführen, wie sie z.B. durch Erkrankungen (Diabetes etc.) oder Arzneimittel verursacht werden können. Hier wird heute in vielen Fällen die Therapie mit Arzneimitteln versucht, die im Volksmund oft als Potenzmittel bezeichnet werden.
Terminologie
Fachsprachliche Begriffe
Der Geschlechtsverkehr im engeren Sinne wird fachsprachlich auch als Beischlaf, Beiwohnung, Koitus (Coitus, Kohabitation), vor allem in der Biologie - als Begattung bezeichnet. Eine französische Umschreibung für den Orgasmus ist "la petite mort", der kleine Tod. Die deutsche Übersetzung der Bibel spricht oft vom Erkennen ("Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger Gen.]] 4.1]")
Juristische Terminologie
Im rechtlichen Rahmen ist in der Regel von Beischlaf oder Beiwohnung die Rede.
Der Begriff Beischlaf wird vom deutschen [[Strafgesetzbuch im Tatbestand folgender Straftaten verwendet:
: - Beischlaf zwischen Verwandten
: - schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
: - sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
: - sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen
Der Bundesgerichtshof definiert Beischlaf in ständiger Rechtsprechung als Eindringen des männlichen Gliedes in den Scheidenvorhof. Der Begriff ist im juristischen Sinne daher nicht identisch mit dem Geschlechtsverkehr.
Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist von der Beiwohnung die Rede. Das deutsche bürgerliche Recht vermutet denjenigen als Vater eines Kindes, der der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat.
Dazu ist es nach herkömmlicher Definition ausreichend, dass es zu einer Berührung der Geschlechtsorgane in einer Weise gekommen ist, die nach den Erfahrungen der Wissenschaft eine Zeugung möglich macht. Der Begriff ist daher nicht identisch mit dem Geschlechtsverkehr.
Umgangssprachliche Begriffe
Für den Geschlechtsverkehr haben sich auch umgangssprachlich eine Vielzahl von Pejorationen eingebürgert.
Siehe auch
- Sexualität
- Geschlechtsorgan
- Befruchtung
- Sexueller Reaktionszyklus
- Orgasmus
- Orgasmuslüge
- Sexualhygiene
- Intimpflege
- Sexualpraktik
- Coitus interruptus
- Hypogonadismus
Literatur
- Reich, Wilhelm: Triebbegriffe von Forel bis Jung, Der Koitus und die Geschlechter. Zeitschrift für Sexualwissenschaft 1921.
- Herold, K.: Trotz Kinderwunsch seltener Verkehr. Sexualmedizin 19 (1990), 680-684
Weblinks
- [http://www2.hu-berlin.de/sexology/IES/xmain.html The International Encyclopedia of Sexuality (ed. R.T.Francoeur)]
- [http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=b2b1ce5a0731ac32dbf7e0b37e69a0e4&client=2&anz=21&pos=2&nr=19022&Blank=1.pdf Strafrechtliche Definition des Begriffes Beischlaf in BGH-Urteil vom 25. Oktober 2000]
Kategorie:Sexualpraktik
Kategorie:Sexualität
Kategorie:Familienrecht
ja:性行為
ko:성교
Vulva]Als Vulva (plu. Vulven) bezeichnet man die Gesamtheit der äußeren, primären Geschlechtsorgane einer Frau. Der Venushügel (Mons pubis/Mons veneris) und die großen Schamlippen (Labia majora) begrenzen als Fettpolster die Vulva. In diesen Bereichen sprießen auch die Schamhaare aus der Haut.
Neben den beiden großen Schamlippen gibt es noch die beiden kleinen Schamlippen (Labia minora), auch Nymphae genannt. Die Schamlippen umschließen den Scheidenvorhof. In diesen mündet die Harnröhrenöffnung und die Scheide (Vagina). Im unteren Drittel der großen Schamlippen sind die beiden Vestibulardrüsen (Bartholinsche Drüse, Glandulae vestibulares majores) eingebettet. Sie sorgen für die Befeuchtung des Scheidenvorhofes. Da die Schamlippen aneinander liegen, sieht man vom Scheidenvorhof normalerweise nur einen schmalen Spalt.
An der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegt der Kitzler (die Klitoris), ein kleines, zylinderförmiges, von Schwellkörpergewebe gebildetes Organ, welches stark mit Nervenenden versorgt wird und daher besonders auf Berührungsreize reagiert. Der Kitzler ist von der Kitzlervorhaut (lat. Preputium clitoridis) umgeben, die anatomisch der Vorhaut des männlichen Penis entspricht.
Der Übergangsbereich von der Vulva zum Analbereich wird als Perineum oder Damm bezeichnet.
Weblinks
- [http://www.the-clitoris.com/german/html/g_vulva.htm Anatomie der Vulva]
- [http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/weiblgeo.html Aufbau und Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane]
Kategorie:Geschlechtsorgan
Kategorie:Körper und Sexualität
ko:여자의 성기
SchamScham ist ein Homonym und bezeichnet einerseits das Schamgefühl und ist andererseits eine behutsam umschreibende Bezeichnung für den Schoß der Frau.
Ursprungsbedeutung ist "das zu Bedeckende", von dem Altdeutschen „scama“ bzw. Angelsächsischen „scamu“.
Scham als Gefühl
Das Wort hat eine seelisch-emotionale Bedeutung. Scham ist die Angst vor Verachtung, also z.B. die Reaktion auf das Enthülltwerden von Intimem oder Schwäche. Sie kann von heftigen körperlichen Symptomen wie beschleunigtem Herzschlag, Erröten oder Schweißausbruch begleitet sein. Diese willentlich nicht kontrollierbaren Reaktionen können selbst wieder angstauslösend sein, die übersteigerte Furcht vor unwillkürlichem Erröten etwa wird Erythrophobie genannt.
Das Schamgefühl gehört zur psychischen Grundausstattung des Menschen. Seine neurotische Übersteigerung oder Verlagerung ist Anzeichen einer seelischen Störung. In der Geschichte der Menschwerdung hat das Phänomen der Scham möglicherweise mit dem aufrechten Gang sowie mit der zeitlichen Entgrenzung der Fortpflanzungsbereitschaft zu tun.
Soziale Bedeutung
Soziologisch kennen alle Gesellschaften - höchst unterschiedliche - Gegenstände der Scham, sind also "Schamgesellschaften" (während nur einige "Schuldgesellschaften" sind). Soziale Scham ist demnach das Gefühl, das an Konfliktpunkten zwischen den sozial Handelnden entsteht. Das schlimmste Vergehen in einer Schamkultur besteht darin, sich nicht zu schämen, wenn man sich schämen sollte. Wer sich schämt, kann mildernde Umstände gegenüber den Mitmenschen geltend machen. Die Übertretung der gesellschaftlich sanktionierten Schamgrenze wird mit Gesichtsverlust bestraft. Ihn zu vermeiden, muss man "Haltung" bewahren. (Vgl. auch Peinlichkeit.)
Norbert Elias hat in Über den Prozess der Zivilisation das "Vorrücken der Schamschwelle" als wesentliches Element des der "Zivilisation" seit dem Mittelalter erfolgreich zu einem soziologischen Schlüsselbegriff gemacht. Hans Peter Duerr hat in einem sich prononciert gegen Elias wendenden Werk Der Mythos vom Zivilisationsprozess vor allem im ersten Band Nacktheit und Scham nachzuweisen versucht, dass eine niedrige Schamschwelle gerade eine sehr hohe Zivilisierung voraussetze und nur in einem streng konventionalisierten Rahmen möglich werde. Insofern seien die jeweiligen Grenzziehungen der Scham ein fundamentales Kennzeichen jeder Kultur.
Ein sich - sehr bestreitbar - auf Sigmund Freud berufender Extremismus strebte zwar in den 1960er- und 1970er-Jahren die völlige Beseitigung der Scham an, die Kommune-Projekte etwa eines Otto Muehl konnten sich aber nicht etablieren und scheiterten an den damit entstehenden Gruppenkonflikten.
Scham als Körperteil
Für die äußeren Geschlechtsorgane der Frau gibt es neben den anatomischen Fachbegriff Vulva viele derbe Ausdrücke. Um diese zu vermeiden, wurde "Scham" als treffend empfunden, als einem derjenigen Körperteile geltend, die schon früh in der Menschheitsgeschichte und in fast allen Kulturkreisen dem Anblick anderer entzogen wurden: die Geschlechtsteile. Ein anderes Wort dafür ist (z. B. im alten Bibelübersetzungen) die Blöße.
Auch beim Mann besteht diese Verlegenheit und vergleichbar keuschere Ausdrücke fanden sich auch hier ("Schritt", in gehobener Sprache "Männlichkeit").
Literatur
- Schorn, Ariane: Scham und Öffentlichkeit. Genese und Dynamik von Scham- und Identitätskonflikten in der Kulturarbeit. Regensburg 1996.
Weblinks
- [http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2003/935/pdf/Anja_Lietzmann_-_Scham.pdf Theorie der Scham - Dissertation]
Kategorie:Sozialpsychologie
Kategorie:Emotion
Kategorie:Psychoanalyse
Schamlippen
Die Schamlippen (lateinisch Labia) sind Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, der Vulva.
Die Wortteil Scham bedeutet in seinem Ursprung „das zu Bedeckende“ (abgeleitet von dem altdeutschen „scama“ bzw. angelsächsischen „scamu“), ergo etwas, das es zu verstecken, dessen es sich zu schämen gilt.
Aus diesem Grund wird die Bezeichnung teilweise abgelehnt und manchmal in der einschlägigen neueren Literatur durch den Begriff „Venuslippen“ ersetzt.
In Teilen des pazifischen Kulturkreises werden die Schamlippen dagegen auch als vertikales Lächeln der Frauen bezeichnet.
Bei Primaten (einschließlich Mensch) unterscheidet man die Labia majora pudendi (große Schamlippen) und die Labia minora pudendi (kleine Schamlippen). Bei den anderen Säugetieren gibt es nur ein Paar Schamlippen (Labia pudendi oder Labia vulvae), die den kleinen Schamlippen entsprechen.
Die großen Schamlippen (lat. Labia majora pudendi)
Die großen Schamlippen verlaufen vom Schamberg bis zum Damm; sie verdecken Kitzler, Harnröhrenöffnung und Scheideneingang und schützen diese somit (siehe Sexualhygiene). Die großen Schamlippen sind bei der erwachsenen Frau teilweise durch Schamhaare bedeckt. Beide große Schamlippen bilden die Schamspalte, lat. "Rima pudendi".
Die kleinen Schamlippen (lat. Labia minora pudendi)
Die kleinen Schamlippen begrenzen seitlich den Scheidenvorhof und treffen vorn an der Klitoris zusammen. Die Klitoris selbst wird von Präputium clitoridis (der Kitzlervorhaut) bedeckt.
Ihr Aussehen ist von Frau zu Frau unterschiedlich, nicht immer bedecken die großen Schamlippen die kleinen. Die individuelle Varianz ist vielseitig, eine Normausprägung bzw Abweichungen einer Norm können daher nicht definiert werden. Selten können die kleinen Schamlippen durch Form oder Größe bei der Ausübung des Geschlechtsverkehrs hinderlich sein. In diesen Fällen kann ein Fachmediziner eine Labienreduktionsplastik vornehmen. Beim weiblichen Neugeborenen gilt das Bedecktsein der kleinen durch die großen Labien als ein sog. Reifezeichen.
Die kleinen Schamlippen reagieren empfindlich auf Berührungen, bei sexueller Erregung füllen sie sich mit Blut, färben sich dunkler und schwellen an. Bei manchen Frauen wird dadurch der Scheideneingang freigelegt oder die Schamspalte etwas geöffnet.
Manipulationen und Veränderungen
Die bekanntesten Veränderungen an den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen stellen Piercings dar. Es gibt Piercings an verschiedenen Positionen der inneren wie auch der äußeren Schamlippen.
Darüber hinaus gibt es sogenannte Body-Modifications, die unter anderem als freiwillige Veränderung die Dehnung der Schamlippen, aber auch die Beschneidung, Entfernung von Teilen oder der gesamten Schamlippen umfassen können. Die weibliche Beschneidung (oft auch einschließlich der Klitoris) ist medizinisch nicht begründbar. Sie ist als unfreiwillige gewaltsame Verstümmelung bei jungen Mädchen in zahlreichen afrikanischen Ländern immer noch weit verbreitet und birgt neben nachhaltigen extremen Schmerzen, der Unfähigkeit problemlosen Urinierens und dem Verlust sexueller Erlebnismöglichkeiten ein hohes Infektionsrisiko, häufig sogar mit Todesfolge.
Eine indirekte Form der Veränderung stellt auch die Intimrasur dar, bei welcher die Intimbehaarung ganz oder teilweise entfernt wird. Hierfür werden die unterschiedlichsten Gründe angegeben, die von der verbesserten Körperwahrnehmung über ästhetische bis zu hygienischen Gründen reichen.
Siehe auch
- weibliche Genitalverstümmelung
- Portal:Zusammenleben, Partnerschaft und Sexualität
Weblinks
- [http://www.the-clitoris.com/1r4/vulva/clitana.jpg Anatomische Darstellung]
Kategorie:Geschlechtsorgan
Kategorie:Körper und Sexualität
Klitoris]
Als die Klitoris (Fachterminus Clitoris, latinisiert von griechisch κλειτορίδα, klitorída, "kleiner Hügel") oder den Kitzler bezeichnet man ein kleines, von Schwellkörpergewebe gebildetes zylindrisches Organ der Frau und aller anderen weiblichen Säugetiere.
Entwicklungsgeschichtlich gehen Klitoris und die männliche Eichel aus den selben Anlagen hervor.
Eichel
Anatomie
Der Kitzler besteht aus zwei, am Sitzbeinausschnitt (Arcus ischiadicus) befestigten Schwellkörperschenkeln (Crura clitoridis), die sich zum Schaft (Corpus clitoridis) vereinen. Das freie Ende ist zur Eichel (Glans clitoridis) erweitert. Zudem besitzt der Kitzler bis zu ca. 14.000 Nerven. Die Klitorisvorhaut schützt die empfindliche Klitoris. Durch eine zu große Klitorisvorhaut kann es passieren, dass die Klitoris bei Erregung nicht - wie in der Abbildung zu sehen - frei liegt. Diese Frauen spüren dann bei sexueller Betätigung sehr viel weniger. Durch einen kleinen medizinischen Eingriff unter örtlicher Betäubung lässt sich die Klitorisvorhaut beschneiden.
Äußerlich sichtbar sind nur der Schaft und die hochempfindliche Eichel, die als Teil der Vulva an der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegen. Zusammen umfassen sie nur ein Zehntel des Gesamtvolumens der Klitoris.
Funktion
Der Kitzler ist stark mit Nervenendungen ausgestattet und daher besonders berührungsempfindlich und empfänglich für sexuelle Reize. Durch Stimulation der Klitoris gelangen die meisten Frauen zum Orgasmus. Viele Untersuchungen, z.B. die von Kinsey, weisen darauf hin, dass ein beachtlicher Anteil der Frauen nur dann zum Orgasmus kommen kann, wenn die Klitoris (mit-)stimuliert wird.
Im Rahmen der Mode, hochempfindliche erogene Zonen als "Super-Orgasmus-Punkte" zu definieren, wurde der Kitzler vom britischen Zoologen und Verhaltensforscher Desmond Morris auch als "C-Punkt" bezeichnet.
Empfindlichkeit
Die Empfindlichkeit der Klitoris für direkte Stimulierung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Frauen sind so empfindlich, dass sie eine direkte Stimulierung erst nach längerem Vorspiel ertragen. Da die Klitoris, wie oben beschrieben, mit dem umgebenden Gewebe verbunden ist, sind verschiedene indirekte Stimulationsformen denkbar.
Entwicklung beim Embryo
Ob sich ein Penis mit Eichel oder ein Kitzler bildet, wird über die Ausschüttung von Testosteron geregelt. Wenn diese gestört ist, können Frauen trotz des Gensatzes XX eine penisartige Ausstülpung entwickeln, wo bei normaler Entwicklung die Klitoris sitzt. Diese Störung ist sehr selten.
Bei einer als zu groß geltenden Klitoris, meistens bei einer Klitoris größer als ein Zentimeter beim Neugeborenen, werden heute auch chirurgische Verkleinerungen durchgeführt. Diese sind, wie nahezu alle chirurgischen Veränderungen bei Intersexualität, umstritten.
Siehe auch
Beschneidung, G-Punkt, Vulva, Orgasmus
Weblinks
- [http://www.the-clitoris.com/german/html/g_vulva.htm Anatomie der Vulva]
Kategorie:Geschlechtsorgan
Kategorie:Körper und Sexualität
als:Klitoris
ja:陰核
Vagina
Die Vagina (lat. für Scheide, griech. Kolpos) ist ein weibliches Geschlechtsorgan.
Beim Geschlechtsverkehr nimmt sie den Penis auf und leitet das von ihm ausgestoßene Sperma mit den darin enthaltenen Spermien durch den Muttermund (Gebärmutterhals) zur Gebärmutter (Uterus) und weiter in die Eileiter. Die Vagina dient bei Primaten auch als Abfluss für die Menstruationsblutungen. Bei der Geburt wird die Vagina zum Geburtskanal für das Neugeborene.
In vielen Kulturen sind die weiblichen Geschlechtsorgane - im Gegensatz zu den männlichen - ein Tabuthema. Fälschlicherweise werden oft die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, die Vulva, als Scheide bezeichnet. Ebenso falsch ist es, die Vagina als das Geschlechtsorgan der Frau zu sehen.
Anatomie
Vulva
Die Vagina ist ein dehnbarer, muskulärer Schlauch, der beim Menschen 8 – 10 cm lang ist. Bei primitiven Säugetieren (Monotremata, Beuteltiere) ist die Vagina paarig, da der Endabschnitt des paarigen Müller-Gangs, aus dem beim Embryo die Vagina entsteht, bei ihnen nicht verschmilzt.
Gebärmutterseitig ragt die Portio vaginalis des Gebärmutterhalses zapfenartig in die Scheide vor. Dadurch entsteht ein größeres, hinteres (dorsales) und ein vorderes (ventrales) Scheidengewölbe (Fornix vaginae). Bei einigen Säugetieren (z. B. Schwein) ist keine Portio und damit auch kein Scheidengewölbe ausgebildet. Der Zugang zum Gebärmutterhals ist beim Menschen nach vorn abgeknickt. Bei Abtreibungsversuchen von Laien, die der Verlaufsrichtung der Scheide folgen, gelangen entsprechende Instrumente deshalb in das hintere Scheidengewölbe und durchstoßen dessen Dach. Dabei kann der Bauchfellsack eröffnet werden und eine Peritonitis entstehen. Mit der Scheidenöffnung (Ostium vaginae) mündet die Vagina in den Scheidenvorhof.
Die Hinterwand (Dorsalwand) der Vagina ist durch Bindegewebe (Septum rectovaginale) mit dem Rektum, die gegenüberliegende Wand mit Harnblase und Harnröhre verbunden.
Harnröhre; 3=Äußere Schamlippen; 4=Harnröhrenöffnung; 5=Innere Schamlippen; 6=Mündung der Vagina; 7=Reste des perforierten Hymen]]
Bei der Frau wird die Vagina von einer kleinen Membran, dem Jungfernhäutchen (Hymen), teilweise verschlossen. Es befindet sich am Übergang der Scheide in den Scheidenvorhof. Auch bei intaktem Hymen ist normalerweise eine Öffnung zum Abfluss des Menstruationsblutes und anderer Sekrete vorhanden.
Die drüsenlose Haut der Vagina ist ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel, dessen Höhe und Aufbau vom Alter und vom Hormonstatus abhängig ist. Das Epithel unterliegt im Verlauf des Sexualzyklus ständigen Umbauprozessen, die durch Östrogene und Progesteron gesteuert werden. Zur Untersuchung werden Epithelzellen durch einen schmerzlosen Abstrich gewonnen und auf einem Objektträger mikroskopiert. Damit gibt die Vaginalzytologie Auskunft über die aktuelle Zyklusphase der Frau. Heute wird die Zyklusphasenbestimmung allerdings durch Hormonuntersuchungen erweitert, um ausreichende Diagnosesicherheit zu bieten.
Die Vagina wird bei sexueller Erregung durch wässrige Transsudation aus dem Epithel befeuchtet. Dies nennt man die Lubrikation. Die Bartholinschen Drüsen, welche bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret absondern, münden in den Scheidenvorhof und befeuchten ihn. Das Vaginalsekret ist unter Einfluss des Sexualhormons Östrogen und einer speziellen Keimflora (Döderleinflora) sauer (pH-Wert 4 – 4,5) und dient dem Schutz gegen aufsteigende Infektionen des weiblichen Genitaltraktes. Jede Störung dieses Vaginalmilieus steigert die Anfälligkeit gegen Infektionen und mechanische Reize – es kann zu einer Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Ausfluss (Fluor vaginalis) kommen. In der Pubertät bemerken viele Mädchen einen deutlichen Fluor, der durch die ansteigende Östrogenwirkung hervorgerufen wird. Dieser schleimig-glasige Fluor ist als Reifungszeichen physiologisch und wird im Volksmund „Weißfluss“ genannt. Häufig wird dieser Flour, der ungefähr ein Jahr vor der Menarche auftritt, von den Mädchen als unangenehm und beschmutzend erlebt. Er ist jedoch ein Zeichen der gesunden Entwicklung zur geschlechtsreifen Frau und besitzt, so lange er geruchlos ist, nur sehr selten Krankheitswert. Unangenehm riechende vaginale Ausflüsse sollten ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Ursachen wie Fremdkörper oder bakterielle Infekte zu erkennen und zu behandeln.
Neben der glatten Muskulatur in der Scheidenwand wird die Scheide von quergestreiften Muskeln umgeben. Der Musculus pubococcygeus, ein Anteil des Musculus levator ani, ist ein Muskel des Beckenbodens. Die Muskeln beider Seiten (Levatorschenkel) umfassen die Scheide wie eine Schlinge und ermöglichen eine trainierbare, willkürliche Verengung der Scheide. Die Kontraktion dieser Muskeln lässt sich von der Scheide aus fühlen.
Vaginalflora
Die Vaginalflora einer geschlechtsreifen, gesunden Frau besteht überwiegend aus verschiedenen Spezies von Laktobazillen, den sog. Döderleinschen Stäbchen. Lange wurde angenommen, Lactobacillus acidophilus wäre dabei der am meisten verbreitete Keim, aber mittlerweile stellte sich heraus, dass der häufigste Scheidenbewohner L. iners ist, gefolgt von L. crispatus. Weitere Lactobazillen der Vagina sind L. delbruekii und L. gasseri.
Die Laktobazillen vergären unter dem Einfluss von Östrogen und Gestagen von den Epithelzellen bereitgestellte Glukose (Traubenzucker) zu Milchsäure (Milchsäuregärung). Hierdurch entsteht in der Scheide ein saures Milieu, mit einem pH-Wert von normalerweise zwischen 3,8 bis 4,5. Dieses saure Vaginalmilieu bildet einen effektiven Schutz vor Infektionen, da die überwiegende Zahl der krankmachenden Bakterien unter solchen Bedingungen nicht gedeihen kann. Allerdings schützt der niedrige pH-Wert nur vor bakteriellen Infektionen, nicht aber vor bestimmten Pilzinfektionen. Störungen der vaginalen Flora, z. B. durch die Einnahme von Antibiotika, können zum Niedergang der Döderleinschen Stäbchen und in Folge zu bakterieller Vaginitis führen. Dies gilt auch für übertriebene hygienische Maßnahmen, insbesondere die Anwendung von (basischer!) Seife.
Untersuchungsmöglichkeiten
Die Scheide kann mit den Fingern abgetastet werden. Zur optischen Begutachtung verwendet man ein Spekulum, ein Vaginoskop oder ein Kolposkop.
Für Untersuchungen der Scheidenhaut und des Scheidenmilieus führt man Scheidenabstriche durch oder entnimmt Gewebeproben mittels Scheidenbiopsie.
Verhütung
Zu den vaginalen Verhütungsmethoden zählt die Kombination aus einem Diaphragma und der Einführung einer chemischen Nährsubstanz für die Samen (als Gel oder Zäpfchen erhältlich). In den USA werden auch statt des Diaphragmas sogenannte „Verhütungsschwämme“ aus Polyurethan eingesetzt. Der Konzeptionsschutz (gemessen am Pearl-Index) ist jedoch geringer als bei hormonellen Methoden.
Als weitere neuere Variante der vaginalen Verhütung gibt es das „Femidom“. Dabei handelt es sich um ein Kondom für die Frau, einen Polyuretan-Schlauch, der, von zwei Ringen gehalten, die Scheidenwände auskleidet, und so eine kondomähnliche Funktion erfüllt. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich das Femidom allerdings bisher nicht durchgesetzt, da die Handhabung schwieriger und die Sicherheit geringer als beim herkömmlichen Kondom ist.
Als hormonelle vaginale Verhütungsmethode ist seit einigen Jahren der NuvaRing verfügbar. Dieser weiche durchsichtige flexible Ring wird tief in die Vagina eingeführt und verbleibt dort 21 Tage lang. Er gibt kontinuierlich Ethinylestradiol und Etonorgestrel ab und verhindert so wie eine Pille den Eisprung. Da durch die lokale Abgabe der Hormone die Dosis niedriger angesetzt werden kann und eine systemische Wirkung schwächer ausfällt, sei die Nebenwirkungsrate des NuvaRings im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden geringer. Die Verhütungssicherheit liegt bei Pearl 1 - 2 und damit auf dem Niveau der Pille. Da der NuvaRing keine Barrieremethode darstellt, ist seine Lage in der Vagina nicht ausschlaggebend für die Funktion, andererseits schützt er nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie das Kondom und das Femidom.
Geschlechtsverkehr
Das medizinische Adjektiv intravaginal bedeutet „in der Vagina liegend“; beim intravaginalen Geschlechtsverkehr dringt der Mann mit seinem Penis in die Vagina der Frau ein. Der intravaginale Geschlechtsverkehr kann – wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung – zum Orgasmus führen. Da die Vagina im Wesentlichen aus relativ nervenarmem Gewebe besteht, ist unter Wissenschaftlern noch umstritten, ob der vaginale Orgasmus durch die Reizung in der Vagina oder eine durch die Bewegung ausgelöste Reizung der Klitoris ausgelöst wird.
Ein Schlagwort, das in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist der, 1950 vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg entdeckte, sogenannte G-Punkt, welcher etwa drei bis vier Zentimeter vom Vaginaleingang entfernt an der Vorderseite der Vagina liegen und als sogenanntes „inneres Lustzentrum“ der Frau fungieren soll.
Die Funktion beziehungsweise sogar Existenz dieses im Durchmesser etwa münzgroßen Punktes ist unter Experten umstritten.
Siehe auch
- Geschlechtsorgane
- Scheidenpilz
- Intimpflege
- Sexualhygiene
- Sex
- Sexualität
- Vagina Dentata
- Sexuelle Begriffe in der Umgangssprache
- Geburtsorgan der Vögel
Weblinks
- [http://www.apoverlag.at/DieApotheke/2005/06/seiten/haupt05_scheide_0506.html Informationen zur Scheidenflora]
Kategorie:Geschlechtsorgan
Kategorie:Körper und Sexualität
Kategorie:Gynäkologie
ja:膣
simple:Vagina
GebärmutterDie Gebärmutter - lat. Uterus, griech. μέτρα (metra) oder ὑστέρα (hystera) - ist ein weibliches Geschlechtsorgan, in welchem die befruchteten Eizellen vor der Geburt zu einem Neugeborenen heranreifen. Alle weiblichen Säugetiere besitzen eine Gebärmutter. Für die Bezeichnung von Prozessen innerhalb der Gebärmutter verwendet man das Adjektiv intrauterin.
Entwicklung, Uterustypen
Die Gebärmutter entsteht entwicklungsgeschichtlich aus dem paarigen Müller-Gang, wobei linker und rechter bei den meisten Säugetieren teilweise miteinander verschmelzen.
Am weitesten erfolgt diese Verschmelzung beim Menschen und den Primaten. Bei ihnen entsteht ein einheitliches Hohlorgan (Uterus simplex). Erfolgt diese Verschmelzung nicht komplett, kann die Gebärmutter eine mehr oder weniger ausgeprägte Scheidewand besitzen oder selten sogar doppelt vorliegen.
Bei den meisten anderen Säugetieren verschmilzt nur ein Teil der Müller-Gänge zu einem kompakten Uteruskörper (Corpus uteri) und der vordere Abschnitt bleibt paarig (Uterushörner, Cornua uteri). Diesen Typ nennt man Uterus bicornis ("zweihörnige Gebärmutter").
Bei Hasenartigen, vielen Nagetieren, Beuteltieren und Monotremata bleibt der gesamte Uterus paarig (Uterus duplex).
Bei Vögeln wird als Uterus der Abschnitt des Legedarms bezeichnet, in dem die Kalkschale gebildet wird.
Die Gebärmutter ist präpubertär relativ klein, wird nach der Pubertät beim Menschen 5-10 cm groß und dehnt sich während der Schwangerschaft stark nach oben und zu den Seiten aus. Sie kann dann bis über den Bauchnabel reichen. Nach der Entbindung schrumpft sie wieder zusammen. Nach der Menopause wird sie nochmals kleiner.
Schichten
Die Gebärmutter ist, wie alle Hohlorgane, aus drei Schichten aufgebaut.
- Serosa (Perimetrium)
- Muskelschicht aus glatter Muskulatur (Myometrium)
- Schleimhaut (Endometrium)
Die innere Höhle wird als Cavum uteri bezeichnet.
Uterus beim Menschen
Die Form der Gebärmutter der Frau ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne, und geht am oberen Gebärmutterende, dem Fundus uteri, in zwei seitliche Ausläufer, die Eileiter (Tuben) über.
Abschnitte:
- Körper (Corpus)
- Isthmus
- Gebärmutterhals (Cervix)
- Portio (Portio vaginalis)
Lage:
- nach vorne gebogen (Anteflexion), am häufigsten
- nach hinten gebogen (Retroflexion)
- Anteversion
- Retroversion
benachbarte Organe:
- davor liegt die Harnblase
- dahinter liegt der Darm
- seitlich liegen die Beckengefäße, die Eierstöcke und der Psoasmuskel
- unterhalb liegt der Beckenboden
Blutversorgung:
- von oben (über die Arteria ovarica) aus der Bauchschlagader (Aorta abdominalis)
- von unten (über die Arteria uterina) aus der inneren Beckenschlagader (Arteria iliaca interna)
Funktion
Die Gebärmutterschleimhaut wird im monatlichen Zyklus hormonell gesteuert auf- und abgebaut. Kommt es in diesem Zeitraum nicht zur Befruchtung, dann erfolgt die Monatsblutung (Menstruation).
Nicht-Primaten zeigen ebenfalls zyklische Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut im Verlauf des Sexualzyklus. Eine Menstruation gibt es bei ihnen allerdings nicht.
Bei einer Befruchtung und erfolgreichen Einnistung der befruchteten Eizelle (Zygote) wächst die Gebärmutterschleimhaut weiter und stellt die Versorgung des heranwachsenden Embryos sicher.
Nach der Geburt wird die Gebärmutterschleimhaut mit der Plazenta als Nachgeburt ausgestoßen.
siehe auch: Therapie in utero (medizinische Behandlung eines Ungeborenen innerhalb der Gebärmutter)
Untersuchungsmethoden
- Spiegelung des Muttermundes
- Vaginale Tastung des Muttermundes
- Tastung des Uterus durch die Bauchdecke
- Ultraschall
- Computertomografie (CT)
- Magnetresonanztomografie (NMR)
- Laparoskopie
Mögliche Krankheitsanzeichen oder Krankheiten
- Blutungsanomalien
- Ausgebliebene, zu schwache oder zu seltene Menstruation
- Zu starke, zu häufige oder unregelmäßige Menstruation
- Aplasie und Dysplasie = Fehlbildungen
- Myome des Uterus
- Korpuskarzinom
- Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom)
- Prolaps (Vorfall)
- Pyometra
Siehe auch
- Flexible Transgastrische Peritoneoskopie
- Ovariohysterektomie
Weblinks
- [http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/weiblgeo.html Weibliche Geschlechtsorgane]
- http://www.netdoktor.at/krankheiten/Fakta/uterusmyom.htm
Kategorie:Geschlechtsorgan
ja:子宮
zh-min-nan:Seⁿ-kiáⁿ-tē
EileiterDer Eileiter (Latein Tuba uterina, griech. Salpinx) ermöglicht nach dem Follikelsprung den Transport der Oozyte oder Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. Hier erfolgt auch die Befruchtung der Eizelle.
Embryologie
Die Entwicklung des Eileiters erfolgt aus dem sich in die Zölomhöhle öffnenden kranialen und den mittleren Abschnitt des Müller-Gangs.
Anatomie
Das nahe am Eierstock befindliche Ende des Eileiters besteht aus einem Trichter ( Infundibulum), jenem oben erwähnten Ende des Müller-Gangs, mit 1-2 cm langen Fransen (Fimbriae), von denen eine als Fimbria ovarica dem Eierstock anliegt. Das Infundibulum erweitert sich in die Ampulla tubae uterinae, uteruswärts nimmt der innere Durchmesser des Eileiters wieder ab, so dass im mittleren Drittel eine Engstelle, der Isthmus, entsteht. Die Pars uterina ist der die Gebärmutterwand querende Teil.
Funktion
Ist der Follikel zum Graafschen Follikel herangereift, weisen die Fimbrien rhythmische Bewegungen auf, während sich gleichzeitig das Ovar mittels der in seinem Bandapparat befindlichen glatten Muskelfasern auf und ab bewegt und dreht, bis die Fimbria ovarica durch chemotaktische Einflüsse über den reifen Follikel zu liegen kommt. Der Transport der Eizelle nach ihrer Ausstoßung aus dem Graafschen Follikel erfolgt einerseits durch Muskelkontraktionen der Tube, die einen Sog erzeugen und einen durch Kinozilien bewirkten Flüssigkeitsstrom Richtung Eileiter.
Der Transport der Oozyte durch die Tube in die Gebärmutter benötigt 3 bis maximal 5 Tage. Da die menschliche Eizelle allerdings nur 6-12 Stunden befruchtungsfähig bleibt, heißt das aber auch, dass diese schon in der Ampulle von einer Samenzelle befruchtet werden muss. Um die Empfängniswahrscheinlichkeit zu erhöhen, werden der Transport der Samenzellen Richtung Ampulle vom Eileiter mittels muskulärer Kontraktionen ebenfalls unterstützt.
Hier zum weiteren Verständnis ein kurzer Einblick in jene Vorgänge, die sich im Inneren des Eileiters abspielen: Zum Zeitpunkt der Ovulation hat die Eizelle die erste Reifeteilung gerade abgeschlossen und beginnt die 2. Reifeteilung. In der Tube lösen sich nun jene Cumuluszellen, die mit der Oozyte gemeinsam aus dem Follikel ausgestoßen wurden. Aus der befruchteten Eizelle, der Zygote, entsteht während des Transports durch den Eileiter durch Furchungsteilungen ein mehrzelliges Gebilde. Die Gebärmutterhöhle wird meist im 12- bis 16-Zellen-Stadium erreicht - wobei das 16-Zellen-Stadium der Zygote nebenbei aufgrund seiner maulbeerförmigen Gestalt als Morula bezeichnet wird.
Extrauteringravidität
In vermutlich 1 von 150 Fällen - genaue Angaben sind hier schwer zu machen, da vermutlich an die 50 % der befruchteten Eizellen unbemerkt schon in den ersten Tagen als Frühaborte abgehen - nistet sich die Zygote, jetzt als Blastozyste bezeichnet, allerdings nicht in der Gebärmutter, sondern außerhalb derselben ein: Es entsteht eine Extrauteringravidität, die in 99 % der Fälle im Eileiter lokalisiert ist (siehe Eileiterschwangerschaft). Letztere kann aufgrund der mangelnden Nährstoffversorgung und des unzureichendem Raumangebots nicht ausgetragen werden. Meist löst sich der Embryo samt Plazenta wieder aus der Eileiterwand. Dieser Abgang muss keineswegs Probleme verursachen, kann u.A. aber auch zu Vernarbungen des Eileiters führen und damit die Ursache einer späteren Unfruchtbarkeit sein. Falls sich der Embryo im Eileiter über längere Zeit entwickelt, droht als ernste Komplikation eine Eileiterruptur.
Die verzögerte oder verhinderte Eipassage im Eileiter ist die häufigtse Ursache einer Eileiterschwangerschaft, wobei vorangegangene Infektionen, gerade auch bei Spiralträgerinnen, meist dafür verantwortlich sind.
Siehe auch
Tubenligatur - Zyklusstörung
Weblinks
- [http://www.gynweb.de/medizin/operationen/eileiter_op/index.html www.gynweb.de] GynWeb: Eileiter Operationen
Kategorie:Geschlechtsorgan
Kategorie:Gynäkologie
Kategorie:Reproduktionsmedizin
EierstockDer paarig angelegte Eierstock - in der medizinischen Fachsprache als Ovar (von lat. Ovarium) oder Oophoron (griechisch) bezeichnet - ist ein primäres, weibliches Geschlechtsorgan. Als Gonade (Keimdrüse) entspricht sie dem Hoden männlicher Individuen und ist der Produktionsort der Eizellen und weiblicher Geschlechtshormone.
Aufbau beim Säugetier (einschließlich Mensch)
Das Ovar wird von einem einschichtigen Epithel, dem Epithelium superficiale, überzogen. Es ist eine modifizierte Serosa, die direkt in die darunter liegende weiße Bindegewebskapsel (Tunica albuginea) übergeht. Das Gewebe des Eierstocks besteht aus der äußeren Rinde und dem innen liegenden Mark. Beim Pferd sind die Verhältnisse umgekehrt, die Rinde ist zentral gelegen.
Die Eierstockrinde (Cortex ovarii, Zona parenchymatosa) enthält die in Follikeln liegenden Eizellen.
Das Eierstockmark, Medulla ovarii oder Zona vasculosa, besteht aus Bindegewebe und enthält die Blutgefäße und Lymphgefäße sowie Nervenfasern des Plexus ovaricus.
Der Eierstöcke der Frau liegen im kleinen Becken an der Teilungsstelle der Arteria iliaca communis. Sie lassen sich mit zwei Fingern (einer durch die Scheide, der zweite durch die Bauchwand) ertasten. Benachbart sind:
- Nervus obturatorius (bei Zysten oder Eierstockentzündungen treten dadurch häufig Schmerzen am Oberschenkel auf)
- Harnleiter
- Appendix vermiformis (Wurmfortsatz) zum rechten Eierstock
Lage bei den vierfüßigen Säugetieren
Entsprechend der embryonalen Anlage liegen die Eierstöcke der meisten Quadrupeden (Vierfüßer) hinter der jeweiligen Niere. Bei den Paarhufern kommt es, dem Hodenabstieg vergleichbar, zu einem Eierstockabstieg (Descensus ovarii). Bei ihnen liegen die Eierstocke weiter hinten (kaudal) und bauchwärts (ventral) vor dem Eingang in das Becken. Bei Großtieren lassen sich die Eierstöcke rektal (man geht mit dem Arm über den After vor) ertasten.
Befestigung des Eierstocks
After.
Die Eierstöcke werden durch drei Bänder, die aus Serosa bestehen, befestigt:
- Mesovarium
- Ligamentum suspensorium ovarii (oberes/vorderes Keimdrüsenband)
- Ligamentum ovarii proprium (Eierstockeigenband, zieht zum Uterus)
Versorgung des Eierstocks
Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria ovarica. Sie geht direkt aus der Aorta ab. Das venöse Blut fließt über die Vena ovarica ab.
Die Nervenversorgung erfolgt über Fasern des vegetativen Nervensystems. Sie bilden an der Arteria ovarica ein Nervengeflecht, den Plexus ovaricus.
Eierstock bei Vögeln
Bei Vögeln ist zumeist nur der linke Eierstock ausgebildet. Bei wenigen Arten sollen auch Anteile des rechten Eierstocks erhalten bleiben. Der rechtsseitige Eileiter (Oviductus) wird zwar auch beim Embryo angelegt, bildet sich aber ausnahmslos bis zum Schlüpfen wieder zurück. Die Eierstöcke liegen bei Vögeln vor den Nieren.
Im Gegensatz zum kompakten Organaufbau der Säugetiere erscheint der Eierstock der Vögel traubenförmig. Er besteht aus vielen Dotterkugeln, die dem späteren Eigelb entsprechen und mit kurzen Stielen aufgehängt sind. In der Legezeit wachsen ständig gelbe Dotterkugeln heran, so dass der Eierstock eine beträchtliche Größe erreichen kann. In der Legepause sind die Dotterkugeln sehr klein und gräulich.
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siehe auch: Eileiter - Kastration
Kategorie:Geschlechtsorgan
ja:卵巣
Prostata femininaDie Prostata feminina (weibliche Prostata), früher auch als Paraurethraldrüse (Glandula paraurethralis) oder Skene-Drüse (nach Alexander Skene (1838-1900)) bezeichnet, ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse weiblicher Säugetiere. Sie wird als Pendant der Prostata männlicher Individuen angesehen. Außer beim Menschen ist diese Drüse auch bei vielen anderen Säugetieren beschrieben. In der Ausbildung gibt es individuelle Unterschiede, bei einigen Frauen kann sie auch komplett fehlen.
Die weibliche Prostata liegt an der Mündung der weiblichen Harnröhre. Die Region wird auch als G-Punkt bezeichnet. Die Drüse besitzt wie die Prostata mehrere Ausführungsgänge, die in den Endabschnitt von Harnröhre und Scheide sowie in den Scheidenvorhof münden. Das klare oder milchige wässrige Sekret dieser Drüsen wird meist beim Orgasmus freigesetzt und auch mit der weiblichen Ejakulation in Zusammenhang gebracht. Es gleicht in Zusammensetzung und Enzymmustern dem der Prostata.
Gelegentlich kann es zu Entzündungen der weiblichen Prostata kommen. Auch die tumoröse Entartung (Karzinom) wurde beschrieben. Die Ausführungsgänge der weiblichen Prostata können Ausgangspunkt für die Ausbildung von Urethraldivertikeln sein.
Siehe auch
Bartholinsche Drüse, G-Punkt, Prostata
Kategorie:Geschlechtsorgan
ja:スキーン腺
Bartholinsche DrüsenDie Bartholinsche Drüse (Glandula vestibularis major, "große Scheidenvorhofdrüse") ist eine paarige akzessorische Geschlechtsdrüse der Frau. Sie mündet in den Scheidenvorhof zwischen die kleinen Schamlippen. Außer bei der Frau ist diese Drüse auch bei Wiederkäuern und bei der Hauskatze ausgebildet, während sie bei den übrigen Haustieren nicht vorkommt. Hier sind nur die kleinen Vorhofsdrüsen (Glandulae vestibulares minores) ausgebildet. Kleine Vorhofsdrüsen treten zusätzlich zur großen auch beim Menschen und den Haustieren auf, lediglich die Katze besitzt nur die große. Es handelt sich dabei um in die Wand des Scheidenvorhofs eingestreute Drüsenansammlungen, die makroskopisch nicht sichtbar sind.
Bei sexueller Erregung der Frau sondern die Bartholinschen Drüsen ein Sekret ab. Man nimmt an, dass das Sekret dazu dient den Eingang der Scheide zu befeuchten, um auf diese Weise den Geschlechtsverkehr zu erleichtern. Die geringe Menge von abgeschiedenen Sekret und die Aktivität der Drüsen in der späten Plateauphase machen diese Funktion allerdings wenig wahrscheinlich.
Entzündungen der Drüsen durch Bakterien führen zum Bartholin-Empyem oder der Bartholin-Zyste, die entweder durch Antibiotika oder chirurgische Eingriffe entfernt werden müssen. Da sie im Bereich der Sitzfläche liegen, sind sie sehr schmerzhaft.
Je nach Größe schmerzt sie auch im Stehen und Liegen.
Siehe auch
Prostata feminina
Kategorie:Geschlechtsorgan
ja:バルトリン腺
FetusDieser Artikel behandelt die menschliche Leibesfrucht. Für die gleichnamige Band siehe Foetus (Band).
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Der Fetus (auch der Fötus, nach lateinisch fetus, „die Brut, Nachkommenschaft“) ist die Bezeichnung für den menschlichen Embryo nach Ausbildung der inneren Organe während der Schwangerschaft (ab der 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt).
Andere Formen und Schreibungen sind Fet, Föt und Foetus. Die Mehrzahl wird entweder mit der Endung ~en oder auch eingedeutscht mit ~usse gebildet: beispielsweise die Feten oder die Fötusse .
Fetales Kreislaufsystem
Der pränatale Kreislauf eines menschlichen Fetus unterscheidet sich stark vom Kreislauf nach der Geburt. Das liegt vor allem daran, dass die Lungen nicht genutzt werden.
Die Versorgung mit Sauerstoff und Nahrung erfolgt über die Plazenta (Mutterkuchen) und die Nabelschnur.
Mit dem ersten Atemzug nach der Geburt ändert sich das Kreislaufsystem schlagartig.
Der Widerstand in der Lunge nimmt stark ab.
Es fließt mehr Blut aus der rechten Vorkammer (Atrium dextrum) in die rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) und in die Lungenarterien.
Es fließt weniger Blut durch die Öffnung in der Vorhof-Scheidewand (Foramen ovale) in die linke Vorkammer.
Das Blut fließt durch die Lungenvenen zur linken Vorkammer (Atrium sinistrum) und erhöht dort den Blutdruck. Der gesenkte rechtsseitige und der verstärkte linksseitige Vorkammerdruck drücken das primäre Vorkammerseptum (das Septum primum) gegen das sekundäre Vorkammerseptum (das Septum sekundum).
Auf diese Weise wird die Öffnung in der Vorhof-Scheidewand (Septum foraminis ovalis) geschlossen und fortan zum Fossum ovale (ovale physiologische Vertiefung in der rechten Seite der Vorhofscheidewand des postnatalen Herzens). Die Trennung der ehemaligen direkten Verbindung zwischen rechter und linker Seite des Kreislaufes ist damit besiegelt.
Bei etwa 20 % der Erwachsenen ist die Vorhof-Scheidewand nicht vollständig zusammengewachsen (Vorhofscheidewanddefekt, häufiger Zufallsbefund bei Obduktion), was aber aufgrund des üblicherweise deutlich höheren Blutdrucks im linken Herzen keine Symptome verursacht, da weiterhin wie kurz nach dem ersten Atemzug das Septum secundum dauerhaft gegen das Septum primum gedrückt bleibt, somit das Foramen ovale vollständig abschließend.
Siehe auch
- Embryonalentwicklung
- Foetus in foeto
- Therapie in utero
- Embryonenschutzgesetz
- Neugeborenes
- Blutaustauschtransfusion
Weblinks
- [http://www.kup.at/journals/summary/790.html Interventionelle Pränataltherapie - der Fetus als Patient]
- [http://9monate.qualimedic.de/Vorgeburtliche_therapie.html Vorgeburtliche Therapien des Fötus sind im Einzellfall möglich]
Kategorie:Embryologie
Kategorie:Pränatalmedizin
ja:胎児
simple:Fetus
Y-ChromosomDas Y-Chromosom ist ein Gonosom oder Geschlechtschromosom.
Welches Geschlecht ein Lebewesen hat, wird genetisch durch die Geschlechtschromosomen festgelegt. Beim Menschen ist das 23. Chromosom das Geschlechtschromosom. Bei Frauen ist dieses durch ein Paar X-Chromosomen ausgeprägt, bei Männern durch ein Paar aus einem X-Chromosom und einem kleineren, wegen seiner Form Y-Chromosom genannten Exemplar. Bei manchen Lebewesen wie zum Beispiel Vögeln ist dies umgekehrt -- männliche Exemplare haben zwei gleiche, weibliche dagegen verschiedene Geschlechtschromosomen. Die Geschlechtschromosomen werden in diesem Fall als W- und Z-Chromosomen benannt.
Evolution des Y-Chromosoms
Zum Y-Chromosom existiert im diploiden Chromosomensatz kein vollkommen homologes Chromosom. Es hat nur ein Drittel der Größe des X-Chromosoms und kann nur auf 5 Prozent seiner Länge (an den Telomeren) mit dem X-Chromosom rekombinieren, obwohl es noch zahlreiche Gene des allgemeinen Stoffwechsels aufweist, die auch auf dem X-Chromsom zu finden sind. Viele Gene des Y-Chromosoms haben aber kein Gegenstück auf dem X-Chromosom. Es sind vor allem Gene der Spermienproduktion. Aufgrund der Kenntnis der Basensequenz des menschlichen Genoms durch das Humangenomprojekt lässt sich ein Entwicklungsweg dieses Chromosoms konstruieren.
Veränderungen im Laufe der Zeit
Humangenomprojekt
Ursprünglich ist das Y-Chromosom ein Homolog zum X-Chromosom, besitzt also dieselbe Struktur und dieselben Genorte.
Möglicherweise vor 350 Millionen Jahren entstand auf dem längeren Arm des einen X-Chromosoms aus dem Gen SOX3 das geschlechtsbestimmende SRY-Gen (Sex determining region of Y). Es codiert ein Signal-Protein, das verschiedene Gene aktiviert, die die Entwicklung der Hoden im Embryo bewirken. Dieses neue Gen scheint die Entwicklungsmöglichkeiten eines Individuums zum männlichen Geschlecht stärker zu kanalisieren, als es zuvor möglich war. (Bei einigen Reptilien wird die Geschlechtsentwicklung in stärkerem Maße durch Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel die Umgebungs-Temperatur, beeinflusst, sie besitzen kein SRY-Gen. Da bereits die Kloakentiere -- und alle anderen Säugetiere -- dieses Gen aufweisen, entstand dieses Gen möglicherweise zu dieser Zeit der Abspaltung der frühen Säugetiere von den Reptilien.)
Im Zeitraum von 320 bis 240 Millionen Jahren vor der Gegenwart fand im längeren Arm des Y-Chromosoms eine Inversion statt, die fast den ganzen Arm betrifft. Dadurch können in diesem Abschnitt zwischen X- und Y-Chromosom keine Rekombinationen mehr stattfinden. Dies führt zum Ausfall des Reparaturmechanismus der DNA durch homologe Rekombination, so dass sich immer mehr Mutationen im Y-Chromosom anhäufen konnten. Dies führte zu stärkeren Abweichungen von den homologen Genorten im X-Chromosom oder sogar zu Genverlusten (Deletionen). Da im weiblichen Geschlecht die volle Rekombinationsfähigkeit zwischen den homologen X-Chromsomen und damit die Reparaturfähigkeit erhalten bleibt, kam es dort nicht zu Genverlusten.
In den Zeiträumen von 170 bis 130, 130 bis 80 und 50 bis 30 Millionen Jahren vor der Gegenwart erfolgten drei weitere Inversionen im kurzen Arm des Y-Chromosoms, die die Rekombinationsfähigkeit weiter einschränkten und Verluste förderten, wodurch das Y-Chromosom weiter verkürzt wurde.
Zu einem nicht rekonstruierbaren Zeitpunkt wurde das SRY-Gen vom langen in den kurzen Arm des Y-Chromosoms verlagert.
Kompensationsmechanismen
Einige Gene des Grundstoffwechsels auf dem Y-Chromosom sind gegenüber den entsprechenden Genorten des X-Chromosoms sogar in den invertierten Abschnitten kaum verändert. Hätten bei diesen Genen stärkere Veränderungen stattgefunden, würde die Überlebensfähigkeit der männlichen Genträger so herabgesetzt worden sein, dass diese Mutationen durch Selektion ausgemerzt würden.
Mit dem Verlust vieler Gene auf dem Y-Chromosom hätten manche Gene im männlichen Geschlecht nur die halbe Aktivität. Im Laufe der Evolution kam es zu einer Kompensation: Um die verminderte Aktivität aufgrund der fehlenden zweiten X-Gene im männlichen Geschlecht auszugleichen, wurde die Aktivität der entsprechenden Gene auf dem X-Chromosom verdoppelt. Dadurch hätte aber im weiblichen Geschlecht eine zu hohe Genaktivität vorgelegen. Dies wurde dadurch kompensiert, dass die Gene auf einem der beiden X-Chromosomen im Laufe der Entwicklung inaktiviert werden.
Bei der Fruchtfliege Drosophila melanogaster verdoppeln die Männchen die Aktivität der Gene auf dem X-Chromsom, die keine Entsprechung auf dem Y-Chromsom haben.
Ansammlung von Fertilitätsgenen
Neben dem Verlust von Genen kann aber auch ein Erwerb vor allem der Fertilitäts-Gene beim Y-Chromosom festgestellt werden:
- Zum einen entstanden durch Mutationen auf dem X-Chromsom neue Gene.
- Zum anderen sammelten sich Gene von anderen Chromsomen durch Translokation auf dem Y-Chromosom.
Es ist noch nicht geklärt, welcher Evolutionsmechanismus zu dieser Ansammlung führte. Möglicherweise müssen sich die Fertilitätsgene auf dem Y-Chromosom sammeln, da die Weibchen ohne Schaden zu erleiden auf diese nur für die Reifung der Spermien wichtigen Gene verzichten können.
Stabilität der Fertilitätsgene
Eigentlich müssten die Fertilitätsgene, die nur auf dem Y-Chromosom vorkommen, aufgrund der fehlenden Rekombinationsmöglichkeit auch zugrunde gehen. Sie liegen jedoch auf einem Chromosom in mehreren Kopien vor, die einzelne Verluste kompensieren können.
Kategorie:Genetik
Testosteron
Testosteron ist neben Nandrolon ein wichtiges Sexualhormon (Androgen), das bei beiden Geschlechtern nachgewiesen ist, und sich dabei in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet. Wie alle Androgene besteht das Grundgerüst des Testosterons aus 19 C-Atomen. Die Vorläufer des Testosterons sind die Gestagene (21 C-Atome).
Testosteron ist ein Kunstwort, das von Testikel (Hoden) und Steroid abgeleitet ist. Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil unter dem Einfluss des LH (Luteinisierendes Hormon) in den Leydigschen Zwischenzellen im Hoden produziert. Die Nebennierenrinde bildet zwar kleine Mengen anderer Androgene, jedoch kein Testosteron. Bei Frauen produzieren die Eierstöcke und die Nebennierenrinde geringe Mengen an Testosteron. In der Biosynthese des Organismus ist das Cholesterol der Precursor (Vorstufe), bzw. das Progesteron ein Zwischenprodukt für die Testosteronsynthese.
Funktion
Testosteron
- fördert die Entwicklung und Erhaltung der sekundären Geschlechtsmerkmale beim Mann
- fördert Wachstum und Funktion von Penis und Skrotum
- reguliert die Spermienproduktion
- fördert Wachstum und Funktion der akzessorischen Geschlechtsdrüsen
- hemmt die Gonadotropinsekretion
- fördert die Fettsekretion
- fördert das Haarwachstum
- besitzt eine anabole, muskelaufbauende Wirkung.
- steigert das sexuelle Verlangen = Libido und generell Ausdauer und Lebenslust.
Negative Wirkungen
- Aktivierung von Prostatakrebs
- Erhöhung der Thrombosegefahr
- Erhöhung der Herzinfarkt- und Arteriosklerosehäufigkeit.
- Haarausfall auf dem Oberkopf, der zu einer Glatze führen kann (durch DHT-Synthese aus Testosteron)
- Allgemein fördert Testosteron aggressive Verhaltensweisen. Als ethologische Wirkungen wurden Imponiergehabe, Kampfverhalten sowie Begattungsdrang erforscht und beobachtet. Dies wurde durch Kastration und anschliessender Hormonzufuhr an Tieren (mächtige Hengste werden zu angepassten Wallachen) und Menschen (während der Sklavenhalterzeit) bewiesen. Ebenso kann eine Überproduktion in der Nebennierenrinde beim weibl. Geschlecht eine Vermännlichung (Imponiergehabe, Kampf, Begattung) bewirken. Künstliche Testosteron-Zufuhr bei Frauen (Bodybuilding), kann zu einer Vermännlichung (Stimme,Muskulatur, Gesichtszüge) und Vergrösserung der Klitoris führen.
Künstliches Testosteron
Ein Testosteronmangel kann z.B. zu Erektionsstörungen führen und konnte früher nur durch Spritzen ausgeglichen werden, die den Nachteil haben, dass sie nur über lange Zeiträume gegeben werden konnten und dadurch der Testosteronspiegel stark schwankt. Heute gibt es ein Gel, das täglich auf die Haut aufgetragen wird und somit einen konstanten Testosteronspiegel ermöglicht. In einigen Ländern sind Testosteronimplantate zugelassen.
Manche Bodybuilder verwenden auch Testosteron, um ihren Muskelaufbau zu beschleunigen oder die natürliche Leistungsgrenze zu überwinden. Dabei besteht aber die Gefahr, eine überhöhte Dosis zu verwenden, die zu ernsthaften, dauerhaften urologischen Problemen führen kann. Gebräuchlich sind kurzkettige Ester (Propionat), mittelkettige (Enanthat/Cypionat) und langkettige Ester (Undecanoat, Buciclat), wobei der grösste Teil über den Schwarzmarkt bezogen wird. Bei diesen Produkten besteht die Gefahr der Verunreinigung bzw. falscher Dosierungen.
Therapie mit Testosteron
Reicht die natürliche Produktion von Testosteron nicht aus, dann kann laut Empfehlung der Pharmaindustrie eine Langzeittherapie mit von außen zugeführtem Testosteron erfolgen. Problematisch ist allerdings, dass Männer höchst unterschiedliche Testosteronspiegel benötigen, um "männlich" zu reagieren. Manche "unmännlich" wirkenden Männer mit geringer Libido haben einen relativ hohen Spiegel an Testosteron. Andererseits sehr viril wirkende Männer mit voll entwickelter Libido haben dagegen einen geringen Spiegel. Mithin ist es äußerst schwierig, einen geringen Testosteronspiegel zuverlässig als Ursache für mangelnde Virilität festzumachen. Lediglich bei einigen fest umschriebenen Krankheitsbildern wie Hypogonadismus überwiegen die möglichen Vorteile einer Testosterongabe mit gewisser Wahrscheinlichkeit die möglichen Nachteile.
Es stehen heute mehrere Darreichungsformen zur Verfügung:
- Pflaster zum Aufkleben auf die Haut
- Gel zum Auftragen auf die Haut
- Ölige Lösungen zur intramuskulären (i.m.) Injektion (bis drei Monate Wirksamkeit)
- Tabletten zur Einnahme.
Injiziertes Testosteron in purer Form würde binnen weniger Minuten im Körper abgebaut werden. Daher wird an das Testosteronmolekül in einem chemischen Verfahren ein Ester angehängt, um den Abbau im Körper zu bremsen. Am Markt verfügbar sind heute unter anderem Propionat-Ester (Wirkung: ca. 3-4 Tage), Enanthat-Ester (bis zu 14 Tage) und Undecanoat-Ester (1 Monat). Seit 2005 gibt es eine intramuskuläre 3-Monats-Therapie. Die Injektionen müßten in den angegebenen Intervallen erfolgen, um einen gleichmäßigen Plasmaspiegel des Hormons im Blut zu gewährleisten. In der Praxis werden die Injektionsintervalle oft noch weiter ausgedehnt, da im Organismus Mechanismen zur Bindung von Testosteronmolekülen an bestimmte Proteine (SHBG) vorhanden sind.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW)
Da eine externe Testosteronverabreichung von der Natur nicht vorgesehen ist und künstliche Testosteronsalben und Matrixpflaster erst sehr kurz am Markt sind, ist über Risiken und Langzeitnebenwirkungen noch nichts bekannt. Externe Testosterongaben könnten die Fähigkeit des Körpers, selbst Testosteron zu produzieren, beeinträchtigen.
Weblinks
- http://www-vetpharm.unizh.ch/WIR/00 | | |